|
Ursprung: Westliches Mittelmeerbecken;
Entwicklung: Kuba
Verwendung: Gesellschafts- und Begleithund
Patronat: FCI
Datum der Publikation des gültigen Originalstandardes: 21.2.2006.
Klassifikation FCI:
Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde; Sektion 1 Bichons und
verwandte Rassen. Ohne Arbeitsprüfung.
Kurzer geschichtlicher Abriss:
Diese Rasse stammt aus der westlichen Mittelmeergegend und hat sich
entlang der spanischen und italienischen Meeresküste entwickelt. Offenbar
wurden diese Hunde frühzeitig durch italienische Überseekapitäne in
Kuba eingeführt. Irrtümlicherweise hat die am häufigsten vorkommende
Havanna-Farbe (tabak-farben) dieser Hunde dazu verleitet, Havanna, die
Hauptstadt von Kuba, als Ursprungsort anzunehmen. Infolge unglücklicher
Umstände sind indessen alle Havaneser-Blutlinien in Kuba ausgestorben;
anscheinend konnten jedoch einzelne Hunde aus Kuba herausgeschmuggelt
werden; ihre Nachkommen überlebten in den USA.
Allgemeines Erscheinungsbild:
Der Havaneser ist ein kleiner, kräftiger, niederläufiger Hund; sein Haar
ist lang, üppig, weich und vorzugsweise gewellt. Sein Gangwerk ist
lebhaft und flink.
Wichtige Proportionen:
Die Länge des Fanges von der Nasenspitze bis zum Stop entspricht der des
Schädels vom Stop zum Hinterhauptstachel. Das Verhältnis zwischen der Körperlänge
(gemessen zwischen Buggelenk und Sitzbeinhöcker) und der Widerristhöhe
beträgt 4:3.
Verhalten/Charakter (Wesen):
speziell aufgeweckt und leicht zum alarmgebenden Hund zu erziehen;
liebevoll und fröhlich, anziehend, bezaubernd, spielerisch, sogar etwas närrisch,
er liebt Kinder und spielt unentwegt mit ihnen.
Kopf:
mittelgroß; das Verhältnis der Länge des Kopfes zur Länge des Körpers
(vom Widerrist bis zum Rutenansatz gemessen) beträgt 3:7.
Schädelregion:
Schädel: flach bis sehr wenig gewölbt, breit; Stirn wenig
ansteigend; von oben gesehen ist der Schädel hinten abgerundet, an allen
anderen Seiten fast gerade und viereckig. Stop: Mäßig ausgeprägt.
Gesichtsschädel:
Nase: schwarz oder braun
Fang: Er verjüngt sich leicht und progressiv gegen den
Nasenschwamm, nicht spitz oder stumpf.
Lippen: Dünn, trocken, gut anliegend.
Kiefer/Zähne: Scherengebiss; ein vollständiges Gebiss ist erwünscht,
das Fehlen der P1 (Prämolaren 1) und der M3 (Molaren 3) wird geduldet.
Backen: sehr flach, nicht vorstehend
Augen: ziemlich groß, mandelförmig, so dunkelbraun wie möglich,
Ausdruck freundlich. Die Umrandung des Auges soll dunkelbraun sein.
Ohren: relativ hoch angesetzt; sie fallen längs der Backen und
bilden eine unauffällige Falte, die sie leicht anhebt; sie laufen
rundlich spitz aus; sie sind von langen Fransen besetzt. Weder windmühlenartig
abstehend, noch dicht an den Backen anliegend.
Hals: von mittlerer Länge.
Körper: Die Länge des Körpers übertrifft um Weniges die
Widerristhöhe.
Oberlinie: gerade, über den Lenden leicht gewölbt.
|
Kruppe: gut abfallend.
Rippen
: gut gewölbt.
Untere Profillinie und Bauch: gut aufgezogen.
Rute: hoch getragen, entweder in der Form eines Krumstabes oder,
vorzugsweise, über dem Rücken gerollt; die Befederung ist lang und
seidig.
Gliedmaßen:
Vorderhand: Vorläufe gerade und parallel, trocken, gute
Knochenstruktur. Der Abstand vom Boden bis zum Ellenbogen soll denjenigen
zwischen Ellbogen und Widerrist nicht übertreffen.
Hinterhand: Gute Knochenstruktur; mäßige Winkelung Pfoten: Leicht
länglich in ihrer Form, klein, Zehen eng aneinanderliegend.
Gangwerk: Der Bewegungsablauf beim Havaneser ist seinem fröhlichen
Wesen entsprechend auffällig leichtfüßig und flink. Die gerade nach
vorn gerichteten Vorderläufe bewegen sich frei, während die Hinterläufe
in gerader
Linie für den nötigen Schub sorgen.
Haarkleid:
Haar: Das wollene Unterhaar ist schwach entwickelt, oft fehlend.
Das Deckhaar ist sehr lang (12-18 cm bei einem erwachsenen Hund), weich,
glatt oder gewellt und kann lockige Strähnen bilden. Jedwede
Zurechtmachung, jedes Ausgleichen der Länge der Haare mit der Schere und
jede Art von Trimmen sind verboten. Ausnahme: die Säuberung der Haare an
den Pfoten dient der Pflege. Die Haare auf der Stirn dürfen leicht gekürzt
werden, damit sie die Augen nicht bedecken; auch die Haare am Fang dürfen
leicht gekürzt werden, aber vorzugsweise belässt man sie in ihrer natürlichen
Länge.
Farbe: Selten
vollständig reinweib,
falbfarben in verschiedenen Tönungen (leicht schwarz gewolkt ist zulässig),
schwarz, havanna-braun, tabakfarben, rötlichbraun, Flecken in den erwähnten
Farben sind zulässig.
Größe:
Widerristhöhe: 23 bis 27 cm
Toleranz: 21 bis 29 cm
Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen
werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung
stehen sollte.
Schwere Fehler:
- Allgemeines Erscheinungsbild atypisch
- Fang spitz oder stumpf, nicht gleich lang wie der Schädel
- Raubvogelaugen; Augen zu tief eingesetzt oder vorstehend; Umrandung
der Augen teilweise depigmentiert.
- Körper zu lang und zu kurz
- Vorderläufe in "französischen Stand" (Vorderfußwurzel
engstehend, Pfoten nach außen gedreht).
- Missgebildete Hinterpfoten
- Rute gerade, Rute nicht hoch getragen
- Haar hart, zu wenig üppig; kurzes Haar außer bei den Welpen;
zurecht gemachtes Haar
Ausschließende Fehler:
- Aggressiv oder ängstlich
- Nasenschwamm depigmentiert
- Vorbiss oder Rückbiss
- Entropium, Ektropium, Umrandung eines oder beider Augen
depigmentiert
- Über- oder Untergröße
N.B.:
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die
sich vollständig im Hodensack befinden.
Übersetzung: Dr. J.-M. Paschoud und Frau R.
Binder
|